Psyche

Psychische Störungen treten in der heutigen Zeit immer häufiger und in allen Altersgruppen auf. Allein in Deutschland leiden etwa fünf Millionen Menschen, unter ihnen auch schon viele Kinder, an psychischen Störungen. 


Die Ursache für eine psychische Erkrankung kann eine genetische Veranlagung sein. Auch fehlgesteuerte chemische Abläufe im Körper und möglicherweise die Ernährung, sowie Drogen und Alkohol können Fehlfunktionen im Gehirn auslösen. 

Psychologen führen psychische Erkrankung jedoch vor allem auf das Erleben in der Kindheit zurück – dem prägendsten Zeitabschnitt für eine erfolgreiche gesundheitliche Entwicklung und Sozialisation. Die Folgen von Kindesmissbrauch und Misshandlung oder einer problematischen Eltern-Kind-Beziehung aber auch ganz alltäglicher Umgang mit Stress und Emotionen wirken sich nicht selten noch Jahre später nachhaltig aus. 

Solche frühen psychischen Störungen haben vielfältige negative Effekte auf alle Bereiche des Lebens – z.B. auf die berufliche Karriere, die Partnerschaft und natürlich das Familienleben. Bleibt die Behandlung eines psychischen Problems im frühen Verlaufsprozess aus, erhöht sich das Risiko für eine lebenslange Leidengeschichte stark. Leistungsdruck, Anonymität, zerrissene Familien, Patchwork-Familien, schwierige Situationen auf dem Arbeitsmarkt, Verlegung des Arbeitsplatzes, Mobbing in Schule und Beruf und soziale Isolierung sind nur einige Beispiele dafür, welche Stressfaktoren auf den einzelnen Menschen in jeder Phase seines Lebens einwirken können. Nicht zu vergessen ist auch die Auswirkung von Social Media auf die Psyche der Menschen und im immer jüngeren Alter schon auf Kinder.

Menschen schöpfen ihr Glück und ihre Energie aus Partnerschaft, Familie, Freunden, Hobbies, Arbeit und körperlicher Gesundheit. Doch leider gehören Auseinandersetzungen, Streit, Krankheit und wirtschaftliche Unsicherheit zum Alltag. Der Verlust eines geliebten Menschen, Arbeitslosigkeit oder Stress kann zu einer emotionalen Notlage führen. In manchen Fällen gelingt es Betroffenen nicht, solche Krisen ohne eine schwere Traumatisierung zu bewältigen und ihr Glück wieder neu zu finden. 

Wenn Gefühle ins Ungleichgewicht geraten sind und nicht mehr ausbalanciert werden können, entwickeln viele Menschen psychische Erkrankungen wie Angst-, Panik- und Zwangsstörungen, Süchte, Psychosen, Depressionen, Persönlichkeits- und Belastungsstörungen, Essstörungen, Burnout, oder psychosomatische Störungen. 


Psychisch gesund zu sein bedeutet, trotz vieler Veränderungen im Leben und unangenehmen oder sogar traumatischen Erfahrungen eine gefestigte Persönlichkeit zu entwickeln und diese zu bewahren. Eine gesunde Psyche lässt die Persönlichkeit eines Menschen an Problemen reifen.

Sorgen, Nöte und Schicksalsschläge lassen sich im Leben kaum vermeiden. Niemand erlebt nur positive Erfahrungen. Doch die Art und Weise, wie ein Mensch gute und schlechte Erfahrungen wahrnimmt und mit seinen Gefühlen darüber umgeht, entscheidet über seine dauerhafte psychische Gesundheit. 

Einige Menschen gehen gestärkt aus einer Krise hervor und entwickeln eine selbstbewusstere Persönlichkeit. Andere geraten in eine schlechte psychische Verfassung: sie verlieren ihr Vertrauen zu sich selbst und in die Zukunft und glauben nicht, ihre Probleme lösen zu können. Sie unterdrücken häufig ihre Gefühle und können ihre Schwächen nicht akzeptieren oder mit den Reaktionen darauf umgehen. 

Das ganze Leben eines Menschen besteht ausschließlich aus Erfahrungen, die die Persönlichkeit prägen. Neue Erlebnisse werden von den alten überschattet, die sich ins Gedächtnis eingegraben haben und ganz unbewusst in körperlichen Reaktionen, Gestik oder Mimik zum Ausdruck kommen. In vielen Fällen werden Schmerzen, Trauer, Sorgen, Verzweiflung und Ängste nur verdrängt statt verarbeitet. Beim nächsten ernsthaften Problem gelangen sie dann an die Oberfläche und äußern sich in einer psychischen oder organischen Erkrankung. 


Fakt ist, eine psychische Erkrankung kann jeden treffen. Der Verlust eines geliebten Menschen oder des Arbeitsplatzes kann aus einem – bis dahin fröhlichen Menschen – plötzlich eine verzweifelte Person werden lassen. Andere wiederum haben niemals einen fröhlichen Charakter entwickelt und die Krise ist einfach nur der Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringt. Die Ausgangslage ist verschieden. 


Was für eine Persönlichkeit wir geworden sind, welche Gefühle wir entwickelt haben und wie wir mit diesen umgehen, hängt von vielen Umständen ab: Kultur, Religion und Erziehung spielen hier eine Rolle. Menschen verinnerlichen die Überzeugungen, Normen und Werte ihrer jeweiligen Kultur – wie Strategien zur Konfliktlösung und Regeln des Gefühlsausdrucks. Religionen vermitteln den Menschen unterschiedliche Varianten eines Lebens nach dem Tod. Trauer wird oft durch Hoffnung ersetzt. Eltern erziehen ihre Kinder zu Personen, die sich im Leben durch nichts beeindrucken lassen oder aber zu Personen mit besonderer Sensibilität. 


Man muss akzeptieren, dass Menschen sich aufgrund ihrer Genetik, ihrer Kultur und ihrem sozialem Umfeld zu unterschiedlichen Persönlichkeiten entwickeln. Bei jedem kann daher eine andere Situation die Gefühle aus dem Gleichgewicht bringen. Und jeder versucht anders seine Probleme zu bewältigen und seine Gefühle wieder zu ordnen. Dem einen gelingt es besser, dem anderen nicht so gut. Wer bemerkt, dass er seine Gefühle nicht mehr ausbalancieren kann, sollte sich Hilfe holen. Jeder kann lernen, eine neue Wahrnehmung zu entwickeln, mit negativen Gefühlen umzugehen und positive Gefühle aufkommen zu lassen. In meiner Praxis hat sich die Anwendung des BodyTalk-Systems®, Quantenclearing und Gesprächstherapie bei unterschiedlichen psychischen Störungen häufig bewährt.