Homöopathie

Christian Friedrich Samuel Hahnemann (10.04.1755 –02.07.1843) gilt als der Begründer der Homöopathie. Hahnemann galt schon in jungen Jahren als außerordentlich begabt, weshalb es ihm möglich war, die berühmte Meißner Fürstenschule St. Afra zu besuchen, ohne dass seine Eltern Schulgeld bezahlen mussten. 
Von 1775 bis 1777 studierte er in Leipzig Medizin und lernte später beim Leibarzt der Kaiserin Maria Theresia in Wien. Er promovierte über die Ursache und die Behandlung von Krampfzuständen. Anschließend folgten häufige Ortswechsel.

1790 machte er seinen die Homöopathie gründenden "Chinarindenversuch". 1796 als er mit dem Ähnlichkeitsprinzip an die Öffentlichkeit ging, wird als das "Geburtsjahr der Homöopathie" bezeichnet.

Ein homöopathisches Mittel heilt die Symptome, die dieses Mittel - einem gesunden Menschen verabreicht - auslösen kann. 

Eine weitere Besonderheit in der Homöopathie ist die Verwendung von „potenzierten“ Mitteln. Darunter versteht man die starke Verdünnung bei gleichzeitiger Dynamisierung. Die Mittel werden durch schrittweise durchgeführtes Potenzieren aus den Urtinkturen und aus Verdünnungsmitteln wie Alkohol, destilliertem Wasser und Milchzucker hergestellt. Die Wirkung einer bloßen Verdünnung ist nicht mit einem potenzierten, also verschüttelten oder verriebenen Mittel vergleichbar. 

Die Verdünnung erfolgt mit den neutralen Substanzen Alkohol oder Milchzucker. Bei der ersten Verdünnungsstufe z. B. im Verhältnis 1:100 wird 1 Teil des Arzneistoffs mit 100 Teilen Alkohol oder Milchzucker verschüttelt bzw. verrieben, das Ergebnis ist die Potenz C1. Dann wird im selben Verhältnis weiter verdünnt, d. h. 1 Teil dieser C1 wird mit 100 Teilen Milchzucker oder Alkohol verrieben bzw. verschüttelt, so bekommt man die C2 usw... 

Schon bei der C3 ist nur noch ein Millionstel der Ausgangssubstanz enthalten. Jenseits der statistischen Nachweisgrenze nach dem Gesetz von Avogadro, also etwa ab der C12,  ist keine Materie mehr in den Arzneien enthalten. Hahnemann bezeichnete derartig hergestellte Arzneien deshalb auch als "geistartig" oder "dynamisch", die Potenzierung wurde daher auch "Dynamisation" genannt. 


Es gibt in der klassischen Homöopathie drei verschiedene Verfahren zur Potenzierung mit je unterschiedlichen Verdünnungsschritten:

  • D Potenzen, d.h. Verdünnung 1:10 
  • C Potenzen, d.h. Verdünnung 1:100 
  • Q oder LM Potenzen, d.h. Verdünnung 1:50.000 


1810 erschien die 1. Auflage seines Grundlagenwerkes "Organon der rationalen Heilkunst" und von 1812 bis 1821 erhielt er eine Professur an der medizinischen Fakultät in Leipzig. Er wurde dort als hoch angesehener Wissenschaftler und Arzt weit über die Grenzen seiner Heimat hinaus bekannt.

Von 1821 bis 1835 verfasste Hahnemann seine wichtigsten Werke, die heute immer noch unveränderte Gültigkeit haben und zu den bedeutendsten Grundlagenwerken der Homöopathie gehören.

Seine letzten Jahre verbrachte er in Paris, wo er zusammen mit seiner Frau eine große Praxis führte.

Am 02.07.1843 starb Hahnemann im Alter von 88 Jahren und liegt auf dem Friedhof Pere-Lachaise in Paris begraben.